Technischer Normenleitfaden

Welche ISO-Normen gelten für flammhemmende Arbeitskleidung?

Wer flammhemmende Arbeitskleidung bei einem international oder EU-orientiert produzierenden Hersteller beschafft, bewegt sich in einem eigenen Normengefüge: ISO 11612:2015 für Hitze und Flamme, ISO 14116:2015 für begrenzte Flammenausbreitung, ISO 11611:2024 für Schweißarbeiten und IEC 61482-2:2018 für die thermischen Auswirkungen eines Störlichtbogens. Keine dieser Normen verspricht absolute Unbrennbarkeit. Jede zertifiziert ein Kleidungsstück gegen eine konkret definierte Gefährdung, und die Aufgabe des Einkäufers besteht darin, diese Zertifizierung mit dem Ergebnis der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung abzugleichen.

Bedeuten „flammhemmend" und „flammbeständig" dasselbe?

In der Schutztextilbranche ist „flammhemmend" keine Aussage über absolute Unbrennbarkeit, sondern beschreibt geprüfte Leistung gegenüber 1 oder mehreren definierten Gefährdungen.

Im Alltag werden flammhemmend, unbrennbar und feuerfest oft synonym verwendet. Für eine technische Beschaffungsunterlage reicht diese Ungenauigkeit nicht aus: Dort muss stehen, nach welcher Norm, welcher Leistungsstufe, welcher Prüfbedingung und welchem Einsatzbereich der Stoff oder das Kleidungsstück tatsächlich bewertet wurde.

Ein flammbeständiges Produkt kann darauf ausgelegt sein, das Entzündungs- oder Ausbreitungsrisiko zu verringern. Das bedeutet nicht, dass die Kleidung bei jeder Temperatur, jeder Expositionsdauer oder gegen jede Wärmequelle schützt. Diese Grenzen gehören auf das Produktetikett, in die Gebrauchsanleitung und in die Konformitätsunterlagen.

Bevor Sie eine Spezifikation schreiben, klären Sie die Art der Gefährdung:

  • Kurzer, gelegentlicher Kontakt mit kleiner Flamme
  • Konvektive oder Strahlungswärme
  • Kontaktwärme
  • Spritzer von geschmolzenem Metall
  • Schweißen und verwandte Verfahren
  • Thermische Wirkung eines Störlichtbogens
  • Elektrostatische Entladung in explosionsgefährdeter Atmosphäre

Diese Gefährdungen werden nicht unter einer einzigen Norm zusammengefasst. Konformität mit einer Norm bedeutet keinen automatischen Schutz gegen eine andere Gefährdung.

Was deckt ISO 11612:2015 tatsächlich ab?

ISO 11612:2015 bewertet Kleidung aus flexiblem Material getrennt nach begrenzter Flammenausbreitung, konvektiver Wärme, Strahlungswärme, Kontaktwärme und Metallspritzern.

ISO 11612:2015 legt Mindestanforderungen für Kleidung fest, die den Körper (mit Ausnahme der Hände) vor Hitze und Flamme schützen soll. Neben der begrenzten Flammenausbreitung definiert die Norm eigene Leistungsbereiche für konvektive Wärme, Strahlungswärme, Kontaktwärme und Spritzer von geschmolzenem Metall.

Allein der Aufdruck „ISO 11612" auf einem Kleidungsstück ist keine brauchbare technische Beschreibung. Erst die Buchstabencodes und Leistungsstufen auf der Produktkennzeichnung zeigen, welche Leistung tatsächlich geprüft wurde. Den Abgleich mit der betrieblichen Gefährdung müssen Sie selbst vornehmen.

GefährdungsbereichISO-11612-CodeBedeutung für die Auswahl
Begrenzte FlammenausbreitungAGrundlegendes Flammenausbreitungsverhalten
Konvektive WärmeBLeistung gegenüber flammengetragener Wärme
StrahlungswärmeCLeistung gegenüber strahlungsübertragener Wärme
Geschmolzenes AluminiumDLeistung gegenüber Aluminiumspritzern
Geschmolzenes EisenELeistung gegenüber Eisenspritzern
KontaktwärmeFLeistung gegenüber heißer Oberfläche

Nicht jede Tätigkeit braucht den vollständigen Codesatz. Eine Gießerei und eine Instandhaltungswerkstatt haben unterschiedliche Gefährdungsprofile; eine überzogene Leistungsanforderung treibt Kosten und Tragekomfort in die falsche Richtung, während eine zu knappe Anforderung Beschäftigte einem realen Risiko aussetzt.

Mit Stand 11. August 2026 führt ISO weiterhin ISO 11612:2015 als veröffentlichte Norm, zeigt zugleich aber eine Überarbeitung im FDIS-Stadium (der abschließenden Abstimmung über einen Norm-Entwurf). Bei langlaufenden Verträgen sollten Sie die zum Bestelldatum gültige Ausgabe prüfen, nicht die bei Vertragsschluss zitierte.

Wann kommt ISO 14116:2015 statt ISO 11612 zum Einsatz?

ISO 14116:2015 zielt auf kurzen, gelegentlichen Kontakt mit kleiner Flamme und soll verhindern, dass ein brennendes Kleidungsstück selbst zur zusätzlichen Gefahr wird.

ISO 14116:2015 definiert Leistungsanforderungen für Materialien, Materialkombinationen und Schutzkleidung mit begrenzter Flammenausbreitung, klassifiziert Materialien nach ihrem Flammenausbreitungsverhalten und legt Bedingungen für Konstruktion und Kennzeichnung fest.

ISO stellt klar, dass ISO 14116 nicht geeignet ist, wenn Schutz vor einer Wärmegefährdung erforderlich ist; dafür ist eine Norm wie ISO 11612 heranzuziehen. Diese Unterscheidung muss in der Beschaffungsspezifikation erhalten bleiben; die beiden Normen sind nicht austauschbar.

VergleichspunktISO 14116:2015ISO 11612:2015
HauptfokusBegrenzte FlammenausbreitungWärmegefährdungen zusätzlich zur Flamme
EinsatzszenarioKurzer, gelegentlicher Kontakt mit kleiner FlammeKonvektive, strahlende, Kontaktwärme oder Metallspritzer
AuswahlmethodePrüfung des Material- und KleidungsindexPrüfung des relevanten Buchstabencodes und der Leistungsstufe
Allein ausreichendNicht bei bestehender WärmegefährdungDeckt nur die tatsächlich geprüften Risikobereiche ab

ISO 14116:2015 ist mit Stand August 2026 die gültige Ausgabe, wobei der ISO-Katalog die Norm zugleich als in Überarbeitung befindlich ausweist. Ein Ausschreibungsdokument sollte nicht nur die Normnummer, sondern auch das Ausgabejahr und die anwendbare nationale Umsetzung nennen.

Warum verlangt Schweißerschutzkleidung ISO 11611:2024?

ISO 11611:2024 definiert Anforderungen in 2 Risikoklassen für Kleidung, Kopfhauben, Schürzen, Ärmelschutz und Gamaschen beim Schweißen und bei verwandten Verfahren.

ISO 11611:2024 legt Mindestsicherheitsanforderungen und Prüfverfahren für Schutzkleidung fest, die beim Schweißen und bei Verfahren mit vergleichbaren Risiken eingesetzt wird, und deckt kleine Spritzer von geschmolzenem Metall, kurzen Flammenkontakt und Strahlungswärme des Schweißlichtbogens ab.

Die 2 Klassen der Norm ermöglichen eine Auswahl nach unterschiedlichen Schweißbedingungen und Risikostufen. Die Klasse sollte sich nach Schweißverfahren, Umgebung, Ausrüstung und Exposition richten, nicht allein nach dem Stückpreis.

ISO 11611:2024 ist die 3. Ausgabe und löst die Fassung von 2015 ab. Bei der Aktualisierung älterer technischer Spezifikationen genügt es nicht, nur die Jahreszahl zu ändern; die Auswirkung der neuen Ausgabe auf Produkt, Prüfung und Dokumentation sollte gemeinsam mit der Konformitätsbewertungsstelle geprüft werden.

Schweißerschutzkleidung ersetzt nicht:

  • Schweißerhandschuhe
  • Gesichts- und Augenschutz
  • Atemschutz
  • Sicherheitsschuhe
  • Für das Verfahren geeigneten Kopfschutz

ISO weist zudem darauf hin, dass die Norm Laserschweißverfahren nicht abdeckt. Schweißverfahren und begleitende Gefährdungen müssen in der technischen Spezifikation eindeutig benannt werden.

Reicht IEC 61482-2:2018 bei Störlichtbogengefahr aus?

IEC 61482-2:2018 legt Kleidungsanforderungen gegen die thermischen Auswirkungen eines Störlichtbogens fest; Stromschlag sowie Kopf-, Gesichts-, Hand- und Fußschutz sind nicht enthalten.

IEC 61482-2:2018 beschreibt Material- und Produktanforderungen für Schutzkleidung bei Arbeiten mit Störlichtbogengefährdung; der Fokus liegt auf der thermischen Wirkung eines Lichtbogenereignisses.

Bei der Produktauswahl für den Lichtbogenschutz sollten Sie die durch eine Risikoanalyse ermittelte Störlichtbogen-Energie oder ein anwendbares Klassifizierungsverfahren zugrunde legen. Ein Stoff, der lediglich eine Flammenausbreitungsprüfung bestanden hat, darf nicht als Schutz gegen einen Störlichtbogen vorausgesetzt werden.

Folgende Themen bleiben außerhalb des Geltungsbereichs der IEC-Norm:

  • Stromschlag
  • Druckanstieg
  • Lärm- und Lichtwirkungen
  • Toxische Wirkungen
  • Augen- und Gesichtsschutz
  • Kopf-, Hand- und Fußschutz

Bauen Sie für den Störlichtbogenschutz ein mehrlagiges Bekleidungssystem auf, genügt die Prüfung der Einzeletiketten nicht. Die Leistung der Lagen im Zusammenspiel muss durch systemspezifische Prüfungen und Herstellerangaben belegt werden.

Bietet ISO 13688:2013 allein Flammschutz?

ISO 13688:2013 definiert allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung und ist für sich genommen keine Norm für Wärme- oder Flammschutzleistung.

ISO 13688:2013 deckt allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung ab (Ergonomie, Unschädlichkeit, Größenbezeichnung, Alterung, Kompatibilität, Kennzeichnung und Herstellerangaben) und ist zur gemeinsamen Anwendung mit anderen Normen bestimmt, die eine konkrete Schutzleistung definieren.

Steht ISO 13688 auf dem Etikett eines Produkts mit Flamm- oder Wärmeexposition, ist damit noch keine ISO-11612- oder ISO-14116-Leistung nachgewiesen. In der technischen Akte sollten die allgemeine Anforderungsnorm und die gefährdungsspezifische Norm getrennt aufgeführt werden.

Für ISO 13688:2013 wurde 2021 eine Änderung (Amd 1:2021) veröffentlicht; ISO gibt an, dass die Norm 2024 erneut geprüft und als weiterhin gültig bestätigt wurde. In der Beschaffungsdokumentation sollte der Zusammenhang zwischen ISO 13688:2013 und Amd 1:2021 klar benannt sein.

Bei der allgemeinen Produktprüfung werden folgende Bereiche bewertet:

Allgemeine AnforderungPrüfgegenstand
ErgonomieBewegung, Körperhaltung und Aufgabenbezug
UnschädlichkeitWirkung des Materials auf den Träger
GrößenbezeichnungKlarheit von Maß- und Etikettensystem
AlterungEinfluss von Pflege und Gebrauch auf die Eigenschaften
KompatibilitätGemeinsame Nutzung mit anderer persönlicher Schutzausrüstung
KennzeichnungSichtbarkeit von Norm, Klasse und Herstellerangaben
NutzerinformationGebrauch, Pflege und Schutzgrenzen

Wie unterscheiden sich veredelte FR-Stoffe von von Natur aus flammhemmenden Fasern?

FR-Stoffe lassen sich in 2 Gruppen einteilen: Flammhemmung aus der Faserstruktur selbst oder Flammhemmung durch eine chemische Ausrüstung.

FR steht als Abkürzung für „flame resistant", also flammhemmend. Manche Fasern tragen die Schutzeigenschaft in ihrer eigenen chemischen Struktur. Andere Stoffe, Baumwolle etwa, erhalten während der Fertigung eine flammhemmende Ausrüstung.

Keiner der beiden Ansätze ist über alle Einsatzbereiche hinweg grundsätzlich überlegen. Die tatsächliche Leistung eines Stoffs muss durch Prüfungen am fertigen Material und am Kleidungsstück gemäß der einschlägigen Norm nachgewiesen werden.

PrüfpunktVon Natur aus flammhemmende FaserChemisch ausgerüsteter Stoff
Ursprung der EigenschaftStruktur der Faser selbstAngewendetes chemisches Verfahren
NachweisPrüfung nach der einschlägigen NormPrüfung nach der einschlägigen Norm
PflegekontrolleHerstelleranweisung und PrüfumfangBeständigkeit der Ausrüstung nach der Pflege
AuswahlkriteriumRisiko, Tragekomfort und GesamtsystemRisiko, Tragekomfort und Gesamtsystem
BeschaffungsdokumentationTechnische Angaben zu Faser und ProduktTechnische Angaben zu Ausrüstung, Stoff und Produkt

Bei einem Stoff mit flammhemmender Ausrüstung ist die Pflege besonders entscheidend. Falsches Waschmittel, Bleichmittel oder zurückbleibende Verschmutzung können die Schutzwirkung beeinträchtigen. Jede Aussage zur Anzahl möglicher Waschzyklen muss durch aktuelle Prüfnachweise und Herstelleranweisungen belegt sein.

Ein OEKO-TEX-Zertifikat bewertet Schadstoffe, nicht die Flammschutzleistung. OEKO-TEX STANDARD 100 und eine Schutzleistungsnorm sind zwei getrennte Nachweisebenen.

Kann ein Kleidungsstück gleichzeitig antistatisch und flammhemmend sein müssen?

Bestehen Flammrisiko und Risiko elektrostatischer Entladung gleichzeitig, müssen mindestens 2 getrennte Leistungsbereiche am selben Bekleidungssystem nachgewiesen werden.

Auf manchen Anlagen der Petrochemie, Energiewirtschaft oder in explosionsgefährdeter Atmosphäre treten beide Gefährdungen gemeinsam auf. Konformität mit einer Flammschutznorm belegt keine antistatische Leistung, und antistatische Konformität belegt umgekehrt keine Wärme- oder Flammschutzleistung. Jede Aussage braucht ihren eigenen Nachweis.

In der europäischen Praxis ist EN 1149-5 eine der Normen für Schutzkleidungsanforderungen zur Ableitung elektrostatischer Ladung. Prüfen Sie die richtige Ausgabe und eine mögliche nationale Umsetzung anhand des zum Ausschreibungstermin gültigen offiziellen Normenkatalogs.

Bei einem Mehrrisikoprodukt müssen Sie sämtliche folgenden Komponenten prüfen:

  • Hauptstoff
  • Nähgarn
  • Reißverschluss und Druckknopf
  • Reflexstreifen
  • Druck und Stickerei
  • Etiketten
  • Konstruktion des Kleidungsstücks

Ein normkonformer Stoff macht das fertige Kleidungsstück nicht automatisch konform. Besätze, Nähte, Taschenklappen und Metallteile müssen Teil der gesamtheitlichen Prüfung oder Bewertung sein.

Was bestätigt die CE-Kennzeichnung nach EU 2016/425?

Persönliche Schutzausrüstung, die auf dem EU-Markt bereitgestellt wird, muss die Konformitätsbewertungs- und Kennzeichnungsanforderungen der EU-Verordnung 2016/425 vom 9. März 2016 erfüllen.

Die EU-Verordnung 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen regelt die grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen für PSA auf dem EU-Markt. Die CE-Kennzeichnung zeigt, dass ein Produkt die Konformitätsbewertung im Rahmen der anzuwendenden EU-Rechtsvorschriften durchlaufen hat.

Für Einkaufs- und Exportteams im DACH-Raum ist diese Verordnung der direkt anwendbare Rahmen, unabhängig davon, ob die Ware in Deutschland, Österreich oder einem anderen EU-Mitgliedstaat in Verkehr gebracht wird.

Prüfen Sie neben der CE-Kennzeichnung folgende Angaben in der technischen Dokumentation:

  • Produkt- und Modellbezeichnung
  • Risikokategorie
  • Angewendete Normen und Ausgabejahre
  • Prüfberichte
  • EU-Konformitätserklärung
  • Angaben zur notifizierten Stelle, sofern erforderlich
  • Nutzer- und Pflegehinweise

Der Prüfbericht eines Stofflieferanten ersetzt nicht den vollständigen Konformitätsprozess des fertigen Kleidungsstücks. Stoff, Naht, Zubehör, Konstruktion, Etikett und Gebrauchsanweisung müssen gemeinsam in derselben Produktakte bewertet werden.

Da TB Uniform in der Türkei fertigt, sollten Sie zusätzlich zur EU-Konformität prüfen, welche nationalen Vorschriften am Bestimmungsort der Ware gelten. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit und die für Konformität zuständige Stelle im eigenen Unternehmen sowie, falls erforderlich, eine akkreditierte Prüf- oder Zertifizierungsstelle sollten die technische Entscheidung bestätigen.

Welche Bereiche werden bei der Musterbewertung geprüft?

Ein Muster für Schutzarbeitskleidung wird in 7 Bereichen geprüft: Dokumentation, Etikettierung, Konstruktion, Größe, Zubehör, Pflege und Nutzungskompatibilität.

Bei TB Uniform liegt die Musterzeit bei 5–7 Werktagen, sobald die technischen Angaben und die Materialeignung feststehen. Die Vorbereitung eines Musters für ein Schutzprodukt setzt voraus, dass Material und Dokumentationsumfang vorab für das Projekt gegen die geforderte Norm geprüft wurden.

Eine Musterkontrollliste kann so aussehen:

KontrollbereichZu klärende Frage
DokumentationDeckt der Bericht oder das Zertifikat exakt das Modell und Material ab?
EtikettierungSind Norm, Klasse und Pflegehinweis korrekt?
KonstruktionPassen Taschen und Verschlüsse zum Risikobereich?
GrößeBehindert das Kleidungsstück die Arbeitsbewegung?
ZubehörSind Reißverschluss, Druckknopf, Garn und Band erfasst?
PflegeStimmt das Etikett mit dem tatsächlichen Waschprozess überein?
NutzungFunktioniert es zusammen mit der übrigen PSA?

Druck oder Stickerei kann den Schutzbereich beeinträchtigen. Bevor Sie ein Firmenlogo anbringen, prüfen Sie, ob Material und Position der Veredelung der Produktkonformität nicht widersprechen. Für allgemeine Markenanwendung siehe den Leitfaden zu bestickten Arbeitshemden; bei Schutzkleidung ist eine andere technische Prüftiefe erforderlich.

Wie schreiben Sie eine technische Spezifikation für flammhemmende Arbeitskleidung?

Eine vollständige Spezifikation definiert Gefährdung, Norm, Ausgabejahr, Leistungsstufe, Konstruktion und Dokumentationsumfang. Ein Stoffname allein reicht nicht.

„Flammhemmender Stoff" oder „unbrennbarer Overall" allein in der Spezifikation ergibt kein vergleichbares Angebot. Welche Leistung gegen welche Gefährdung erforderlich ist, muss aus der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung stammen.

Für die Spezifikation eignet sich folgende Struktur:

SpezifikationsfeldErforderliche Angabe
Tätigkeit und RisikoFlamme, Hitze, Schweißen, Störlichtbogen oder Metallspritzer
NormISO 11612, ISO 14116, ISO 11611 oder IEC 61482-2
AusgabeZum Ausschreibungstermin gültiges Jahr und nationale Umsetzung
LeistungErforderlicher Code, Klasse oder Wert
ProduktOverall, Jacke, Hose, Hemd oder Lagensystem
KonstruktionTasche, Verschluss, Bündchen und Zubehörgestaltung
DokumentationPrüfbericht, Zertifikat und Konformitätserklärung
PflegeZulässiges Wasch- und Reparaturverfahren
KennzeichnungEtikett, Symbol und Nutzerinformation

Die Mindestbestellmenge liegt bei 100 Stück pro Farbe und Modell. Produktion und Lieferung nach Auftragsfreigabe dauern in der Regel 4–6 Wochen. Klären Sie die Lieferzeiten für Sonderstoffe, Reflexmaterial oder zertifiziertes Zubehör, bevor Sie sich auf den Standard-Produktionskalender festlegen.

Vergleichen Sie Preise nur zwischen Produkten mit gleichem Leistungsumfang. Der Leitfaden zu den Preisfaktoren bei Arbeitskleidung erläutert, wie sich Norm- und Dokumentationskosten in einer Angebotstabelle niederschlagen.

Wie treffen Sie die endgültige Auswahl?

Die endgültige Auswahl beruht darauf, 1 Gefährdungsbeurteilung mit der aktuellen Norm, dem Endproduktnachweis, der Passformprüfung und einem Pflegeplan zusammenzuführen.

Beginnen Sie die Auswahl unter den ISO-Normen für flammhemmende Arbeitskleidung nicht bei einem Produktnamen. Klären Sie zuerst die Art der Flamme, Hitze, des Metallspritzers, Schweißverfahrens oder Störlichtbogens, und legen Sie erst danach die aktuelle Ausgabe der einschlägigen Norm sowie die geforderte Leistungsstufe fest.

Für ISO 11612 und ISO 14116 laufen die Überarbeitungsarbeiten mit Stand August 2026 noch. Prüfen Sie deshalb bei langfristigen Beschaffungsverträgen die veröffentlichte Ausgabe, die nationale Normumsetzung und etwaige Übergangsbedingungen erneut zum Bestelldatum.

TB Uniform fertigt kundenspezifische Arbeitskleidung in seinem Werk in Istanbul. Bei Projekten mit Schutzkleidung werden Stoff, Zubehör, Prüfungen und Zertifizierungsumfang vor dem Angebot technisch verifiziert; Konformität lässt sich nicht allein aus allgemeinen Unternehmenszertifikaten ableiten. Je nach Produktgruppe kann die monatliche Produktionskapazität bis zu 50.000 Stück erreichen. Für Muster und Angebote wenden Sie sich an TB Uniform.

Häufig gestellte Fragen

Bedeutet flammhemmende Arbeitskleidung, dass sie nie brennt?

Nein. „Flammhemmend" darf nicht als absolute Unbrennbarkeit verstanden werden. Schutzkleidung wird unter definierten Norm- und Prüfbedingungen so konstruiert, dass sie die Flammenausbreitung begrenzt oder eine definierte Wärmeübertragungsleistung bietet. Der Schutzgrad hängt von Expositionsart, -dauer, Produktklasse, korrektem Gebrauch und Pflegezustand ab. Etikett und Gebrauchsanleitung sollten gemeinsam geprüft werden.

Worin unterscheiden sich ISO 11612 und ISO 14116?

ISO 14116:2015 konzentriert sich auf begrenzte Flammenausbreitung bei kurzem, gelegentlichem Kontakt mit kleiner Flamme. ISO 11612:2015 deckt zusätzlich zur begrenzten Flammenausbreitung konvektive, strahlende und Kontaktwärme sowie Spritzer von geschmolzenem Metall ab. Bei bestehender Wärmegefährdung sollte ISO-14116-Konformität allein nicht als ausreichend gelten.

Welcher Norm muss Schweißerschutzkleidung entsprechen?

Für Schweißen und verwandte Verfahren ist ISO 11611:2024 die zentrale Produktnorm. Sie umfasst 2 Risikoklassen und bewertet kleine Metallspritzer, kurzen Flammenkontakt sowie Strahlungswärme des Schweißlichtbogens. Schweißverfahren, Umgebung und Exposition sollten durch die Risikoanalyse des Arbeitgebers festgelegt werden; Hand-, Gesichts-, Augen-, Fuß- und Atemschutz werden separat ausgewählt.

Reicht ISO 11612 für den Schutz vor Störlichtbögen aus?

Nein. Konformität mit ISO 11612 belegt für sich genommen nicht die erforderliche Leistung gegen die thermischen Auswirkungen eines Störlichtbogens. Bei Störlichtbogenrisiko müssen Kleidung und Materialien nach IEC 61482-2:2018 bewertet werden, die Stromschlag, Druck, Lärm, toxische Wirkungen sowie Kopf-, Gesichts-, Hand- und Fußschutz nicht abdeckt.

Verliert FR-Stoff durch wiederholtes Waschen seine Eigenschaften?

Das hängt davon ab, ob die FR-Eigenschaft aus der Faserstruktur oder aus einer Ausrüstung stammt, vom Prüfumfang des Stoffs und vom angewendeten Pflegeverfahren. Eine für alle Stoffe gültige Anzahl an Waschzyklen gibt es nicht. Befolgen Sie die Herstelleranweisungen zu Waschmittel, Bleichmittel, Trocknung und Reparatur, und belegen Sie jede Aussage zur Leistung nach dem Waschen mit der einschlägigen Normprüfung und Produktdokumentation.

Wie hoch ist die Mindestbestellmenge für flammhemmende Arbeitskleidung?

Bei TB Uniform liegt die Mindestbestellmenge bei 100 Stück pro Farbe und Modell. Für Schutzstoff, Nähgarn, Reflexstreifen oder anderes zertifiziertes Zubehör können eigene Beschaffungsbedingungen gelten. Die Produktionsmenge sollte erst freigegeben werden, wenn Norm, Leistungsklasse, Modell und Farbe feststehen. Die Musterzeit beträgt 5–7 Werktage, sobald die technische Eignung bestätigt ist.

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